Warum das Wetter in Ihre Besucherfrequenz-Analyse gehört
Besucherfrequenz zeigt, wie viele Menschen Ihren Standort besucht haben. Das Wetter erklärt, warum sie gekommen sind, warum sie fernblieben und weshalb sich derselbe Standort von einer Stunde zur nächsten völlig anders verhalten kann. Klar ist: Wetter ist kein „nettes Extra“ im Reporting. Es gehört zum wirtschaftlichen Kontext. Wer es ignoriert, zieht schnell die falschen Schlüsse.
Stellen Sie sich einen Standort vor, dessen Performance schwächer aussieht als im Vorjahr. Beziehen Sie das Wetter ein, kann sich das Bild komplett drehen. Ein regnerischer Nachmittag, ein plötzlicher Kälteeinbruch oder Sonne, die innerhalb kurzer Zeit dichten Wolken weicht: All das verändert das Verhalten der Menschen – und zwar schnell. Das Wetter beeinflusst sowohl, ob Menschen zu Ihrem Standort kommen, als auch, worauf sie Lust haben, wenn sie dort eintreffen.
Für kommerzielle Teams werden Zahlen ohne Kontext genau hier gefährlich. Ein Rückgang der Besucherfrequenz ist nicht immer ein geschäftliches Problem. Manchmal ist es einfach das Wetter. Wenn Sie Wetterdaten in die Analyse einbeziehen, wird Ihr Reporting glaubwürdiger, verständlicher und deutlich hilfreicher, sobald eine Entscheidung ansteht.
Auch Ihr Benchmarking wird präziser. Der Vergleich zweier Geschäfte oder dieser Woche mit derselben Woche des Vorjahres ist nur dann fair, wenn auch die Bedingungen vor Ort vergleichbar sind. Mit Wetterdaten können Sie strukturelle Performance von kurzfristigen Schwankungen trennen. So erkennen Sie, ob ein Standort tatsächlich schwächer abschneidet – oder ob es einfach ein verregneter Dienstag war.
Genau deshalb ist die Wetteranalyse so wertvoll für Prognosen, Personaleinsatzplanung, Aktionen und Standortstrategien. Sie macht aus einem Bericht darüber, was geschehen ist, eine Erklärung dafür, warum es geschehen ist.
Was uns die Daten zeigen
Wie auf der unten stehenden Abbildung zu sehen ist, sinkt die Besucherfrequenz an einem bestimmten Tag gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres. Auf den ersten Blick sieht das nach einem geschäftlichen Rückgang aus. Sobald die Wetterdaten hinzukommen, wird das Bild sofort klar: Im Vorjahr war es sonnig, in diesem Jahr regnete es.

Genau hier zeigt sich der Wert von Wetterdaten. Sie erklären vorübergehende Schwankungen, verhindern Überreaktionen auf kurzfristige Rückgänge und vermitteln ein realistisches Bild davon, wie ein Standort tatsächlich abschneidet.
Die Forschung bestätigt es
Das ist keine Vermutung: Forschende der IESE Business School und der Universität Navarra analysierten zwei Jahre täglicher Daten aus 98 Geschäften in 13 europäischen Märkten. Ihr Ergebnis: Das Wetter beeinflusst sowohl die Besucherfrequenz als auch den Umsatz. Wie stark, hängt jedoch von der Art des Geschäfts und der Produktkategorie ab.
An einem vollständig verregneten Tag sank die Besucherfrequenz in Geschäften an Einkaufsstraßen um rund 7,4 %. Geschäfte in Einkaufszentren verzeichneten dagegen einen Anstieg von etwa 5,2 %. Auch die Temperatur wirkte sich auf den Umsatz aus: Ein Anstieg um 5 °C erhöhte den Verkauf von Kleidern um etwa 11 % und senkte den Verkauf von Mänteln um rund 9 %.
Der Wettereinfluss unterscheidet sich je nach Standort
Weitere Untersuchungen kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Eine britische Studie von Rose und Dolega zeigte, dass das Wetter die Performance im Einzelhandel kontinuierlich beeinflusst. Die Wirkung unterscheidet sich jedoch je nach Standort.
Einkaufsstraßen reagierten besonders empfindlich auf Regen. Geschlossene Einkaufszentren profitierten dagegen häufig von schlechtem Wetter, weil Besucher Schutz suchten. In dicht besiedelten städtischen Gebieten wie London waren die Effekte stärker als an Standorten, die überwiegend mit dem Auto erreicht werden. Das zeigt: Standortperformance muss immer im Kontext der örtlichen Bedingungen betrachtet werden.
„Versteckte saisonale Effekte“
Nicht jedes Produkt reagiert gleich auf das Wetter. Eine Untersuchung von Dimitrov, Chenavaz und Escobar zeigte, dass viele vermeintliche „Wettereffekte“ in Wirklichkeit saisonale Effekte sind. Sobald normale saisonale Muster berücksichtigt werden, reagieren nur bestimmte Kategorien tatsächlich auf das tägliche Wetter.
Saisonbekleidung, Outdoor-Produkte sowie bestimmte Lebensmittel- und Getränkekategorien blieben stark wetterabhängig. Bei alltäglichen Lebensmitteln veränderte sich die Nachfrage dagegen kaum. Die Schlussfolgerung ist klar: Analysieren Sie Wetterdaten immer gemeinsam mit saisonalen Mustern – niemals isoliert.
Click & Collect
Neuere Forschung beschäftigt sich auch mit Click & Collect. Eine Studie aus dem Jahr 2024 ergab, dass das Wetter den Tag der Onlinebestellung deutlich stärker beeinflusst als den Tag der Abholung.
Schlechtes Wetter bewegt Kunden eher dazu, online zu bestellen, anstatt ein Geschäft zu besuchen. Das Abholverhalten verändert sich dagegen deutlich weniger. Schließlich haben sich die Kunden bereits zur Abholung verpflichtet.
Mit anderen Worten: Schlechtes Wetter lässt die Nachfrage häufig nicht einfach verschwinden. Es verlagert das Verhalten von einem Kanal zum anderen. Zusammengenommen führen alle Studien zum selben Ergebnis: Wetter ist keine Hintergrundinformation.
Es beeinflusst, wo Menschen einkaufen, wie viele einen Standort besuchen, was sie kaufen und sogar, welchen Kanal sie wählen. In Verbindung mit Besucherfrequenzdaten liefert es den Kontext, der kurzfristige Schwankungen erklärt – und die Sicherheit, daraus die richtigen Entscheidungen abzuleiten.
Das Wichtigste auf einen Blick
Besucherfrequenzdaten entfalten ihren größten Wert, wenn Sie sie im richtigen Kontext betrachten. Das Wetter gehört zu den stärksten externen Einflussfaktoren auf das Kundenverhalten. Trotzdem wird es bei der Bewertung der Performance besonders häufig außer Acht gelassen.
Verbinden Sie Besucherfrequenz- und Wetterdaten, können Sie endlich unterscheiden, ob eine Veränderung auf die geschäftliche Performance zurückgeht oder auf Bedingungen, die außerhalb Ihrer Kontrolle liegen.
Das bedeutet präziseres Benchmarking, zuverlässigere Prognosen und mehr Sicherheit bei jeder geschäftlichen Entscheidung.
Möchten Sie herausfinden, was das Wetter in Ihren eigenen Besucherfrequenzdaten sichtbar macht? Sprechen wir.
Stellen Sie sich einen Standort vor, dessen Performance schwächer aussieht als im Vorjahr. Beziehen Sie das Wetter ein, kann sich das Bild komplett drehen. Ein regnerischer Nachmittag, ein plötzlicher Kälteeinbruch oder Sonne, die innerhalb kurzer Zeit dichten Wolken weicht: All das verändert das Verhalten der Menschen – und zwar schnell. Das Wetter beeinflusst sowohl, ob Menschen zu Ihrem Standort kommen, als auch, worauf sie Lust haben, wenn sie dort eintreffen.
Für kommerzielle Teams werden Zahlen ohne Kontext genau hier gefährlich. Ein Rückgang der Besucherfrequenz ist nicht immer ein geschäftliches Problem. Manchmal ist es einfach das Wetter. Wenn Sie Wetterdaten in die Analyse einbeziehen, wird Ihr Reporting glaubwürdiger, verständlicher und deutlich hilfreicher, sobald eine Entscheidung ansteht.
Auch Ihr Benchmarking wird präziser. Der Vergleich zweier Geschäfte oder dieser Woche mit derselben Woche des Vorjahres ist nur dann fair, wenn auch die Bedingungen vor Ort vergleichbar sind. Mit Wetterdaten können Sie strukturelle Performance von kurzfristigen Schwankungen trennen. So erkennen Sie, ob ein Standort tatsächlich schwächer abschneidet – oder ob es einfach ein verregneter Dienstag war.
Genau deshalb ist die Wetteranalyse so wertvoll für Prognosen, Personaleinsatzplanung, Aktionen und Standortstrategien. Sie macht aus einem Bericht darüber, was geschehen ist, eine Erklärung dafür, warum es geschehen ist.
Was uns die Daten zeigen
Wie auf der unten stehenden Abbildung zu sehen ist, sinkt die Besucherfrequenz an einem bestimmten Tag gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres. Auf den ersten Blick sieht das nach einem geschäftlichen Rückgang aus. Sobald die Wetterdaten hinzukommen, wird das Bild sofort klar: Im Vorjahr war es sonnig, in diesem Jahr regnete es.

Genau hier zeigt sich der Wert von Wetterdaten. Sie erklären vorübergehende Schwankungen, verhindern Überreaktionen auf kurzfristige Rückgänge und vermitteln ein realistisches Bild davon, wie ein Standort tatsächlich abschneidet.
Die Forschung bestätigt es
Das ist keine Vermutung: Forschende der IESE Business School und der Universität Navarra analysierten zwei Jahre täglicher Daten aus 98 Geschäften in 13 europäischen Märkten. Ihr Ergebnis: Das Wetter beeinflusst sowohl die Besucherfrequenz als auch den Umsatz. Wie stark, hängt jedoch von der Art des Geschäfts und der Produktkategorie ab.
An einem vollständig verregneten Tag sank die Besucherfrequenz in Geschäften an Einkaufsstraßen um rund 7,4 %. Geschäfte in Einkaufszentren verzeichneten dagegen einen Anstieg von etwa 5,2 %. Auch die Temperatur wirkte sich auf den Umsatz aus: Ein Anstieg um 5 °C erhöhte den Verkauf von Kleidern um etwa 11 % und senkte den Verkauf von Mänteln um rund 9 %.
Der Wettereinfluss unterscheidet sich je nach Standort
Weitere Untersuchungen kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Eine britische Studie von Rose und Dolega zeigte, dass das Wetter die Performance im Einzelhandel kontinuierlich beeinflusst. Die Wirkung unterscheidet sich jedoch je nach Standort.
Einkaufsstraßen reagierten besonders empfindlich auf Regen. Geschlossene Einkaufszentren profitierten dagegen häufig von schlechtem Wetter, weil Besucher Schutz suchten. In dicht besiedelten städtischen Gebieten wie London waren die Effekte stärker als an Standorten, die überwiegend mit dem Auto erreicht werden. Das zeigt: Standortperformance muss immer im Kontext der örtlichen Bedingungen betrachtet werden.
„Versteckte saisonale Effekte“
Nicht jedes Produkt reagiert gleich auf das Wetter. Eine Untersuchung von Dimitrov, Chenavaz und Escobar zeigte, dass viele vermeintliche „Wettereffekte“ in Wirklichkeit saisonale Effekte sind. Sobald normale saisonale Muster berücksichtigt werden, reagieren nur bestimmte Kategorien tatsächlich auf das tägliche Wetter.
Saisonbekleidung, Outdoor-Produkte sowie bestimmte Lebensmittel- und Getränkekategorien blieben stark wetterabhängig. Bei alltäglichen Lebensmitteln veränderte sich die Nachfrage dagegen kaum. Die Schlussfolgerung ist klar: Analysieren Sie Wetterdaten immer gemeinsam mit saisonalen Mustern – niemals isoliert.
Click & Collect
Neuere Forschung beschäftigt sich auch mit Click & Collect. Eine Studie aus dem Jahr 2024 ergab, dass das Wetter den Tag der Onlinebestellung deutlich stärker beeinflusst als den Tag der Abholung.
Schlechtes Wetter bewegt Kunden eher dazu, online zu bestellen, anstatt ein Geschäft zu besuchen. Das Abholverhalten verändert sich dagegen deutlich weniger. Schließlich haben sich die Kunden bereits zur Abholung verpflichtet.
Mit anderen Worten: Schlechtes Wetter lässt die Nachfrage häufig nicht einfach verschwinden. Es verlagert das Verhalten von einem Kanal zum anderen. Zusammengenommen führen alle Studien zum selben Ergebnis: Wetter ist keine Hintergrundinformation.
Es beeinflusst, wo Menschen einkaufen, wie viele einen Standort besuchen, was sie kaufen und sogar, welchen Kanal sie wählen. In Verbindung mit Besucherfrequenzdaten liefert es den Kontext, der kurzfristige Schwankungen erklärt – und die Sicherheit, daraus die richtigen Entscheidungen abzuleiten.
Das Wichtigste auf einen Blick
Besucherfrequenzdaten entfalten ihren größten Wert, wenn Sie sie im richtigen Kontext betrachten. Das Wetter gehört zu den stärksten externen Einflussfaktoren auf das Kundenverhalten. Trotzdem wird es bei der Bewertung der Performance besonders häufig außer Acht gelassen.
Verbinden Sie Besucherfrequenz- und Wetterdaten, können Sie endlich unterscheiden, ob eine Veränderung auf die geschäftliche Performance zurückgeht oder auf Bedingungen, die außerhalb Ihrer Kontrolle liegen.
Das bedeutet präziseres Benchmarking, zuverlässigere Prognosen und mehr Sicherheit bei jeder geschäftlichen Entscheidung.
Möchten Sie herausfinden, was das Wetter in Ihren eigenen Besucherfrequenzdaten sichtbar macht? Sprechen wir.

Alberto Rodríguez Pariente, Data Analyst







